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Trachtengruppe Oberbalm

 
Aus den 40'er Jahren:
Die Initiantin zur Gründung der Trachtengruppe Oberbalm, war Fräulein Anni Schmutz-Guggisberg aus Englisberg. Anni war selber aktive Tänzerin in der Trachtengruppe Zimmerwald. Nach der Heirat mit Rudolf Schmutz, war sie dann Nachbarin von Fräulein Margrit Riesen-Riesen. Diese beiden tanzfreudigen Frauen luden Töchter aus Oberbalm und Umgebung zu einem Informationsabend zu Margrit nach Hause ein, um deren Interesse an einer Trachtengruppe zu wecken. Was Anni und Margrit an diesem "Höck" vorschlugen stiess auf offene Ohren (die Anwesenden waren begeistert!). Die Basis für eine Trachtengruppe mit tanzwilligen Töchtern war geschaffen und die Gründung wurde beschlossen.

Gründungsversammlung:
Am 1. März 1945 also versammelte Anni die fünfzehn Fräuleins zur Gründung der Trachtengruppe Oberbalm. Das Ziel war und ist es heute noch, die Erhaltung und Pflege des Volksgesangs, der Trachtentänze und die gute Kameradschaft. Und hier die Namen der Gründer: - Frau Anni Schmutz, Boden - Emmi Rolli, Schneitershaus - Ida Burren, Kehr - Hedi Streit, Fahrnern - Rosa Staub, Unteräschi - Martha Marti, Fuhrenweid - Frieda Rolli, Gassershaus - Lina Krebs, Hubel - Frieda Rolli, Buchholzmatt - Frieda Rolli, Schneitershaus - Bethli Leuthold, Fahrnern - Hanni Dummermuth, Boden - Anni Leuthold, Fahrnern - Marie Streit, Fahrnern - Anni Krebs, Dorf
Der Gemeinderat genehmigte die Gründung der Trachtengruppe und erteilte die Bewilligung zum benutzen der Gemeindestube. Als erste Präsidentin der neuen Trachtengruppe wurde Ida Burren vom Kehr gewählt. Weil Ida damals im Volkstanzkreis Bern tanzte, wurde sie auch gleich als Tanzleiterin angaschiert. Als Dirigent wurde Herr Ernst Gugger vorgeschlagen.
     
Geschichtliches:
Damals in den 40'er Jahren, war es nicht üblich, dass Töchter Mitglied im Kirchenchor und dazu noch in einem Verein wie etwa die neu gegründete Trachtengruppe waren. Also besuchten Pfarrer Fankhauser in Begleitung von Lehrer Luginbühl die Fräuleins während einer Übung. Sie wollten das "Treiben" der Gruppe vor Ort genau unter die Lupe nehmen. Die beiden hatten schliesslich nichts einzuwenden - im Gegenteil. Zum Erstaunen der Trachtenfrauen bot Lehrer Luginbühl sogar an, die Töchter beim Singen in der Trachtengruppe zu leiten wenn sie auch weiterhin im Kirchenchor mitsingen würden.

Gesungen wurde aus dem LIEDERCHRÄTTLI und Lieder, die sie an den verschiedenen Singtreffen lernten. Die Musikalische Begleitung machte damals Kari Hunziker vom Untertürli mit seinem Örgeli. Es wurde WALZER, POLKA, SCHOTTISCH und MAZURKA geübt. Im Sommer, bei schönem Wetter, tanzte man draussen. Der Örgeler bekam pro Jahr Fr. 10.- als kleine Entschädigung. Wenn er gut spielte, bekam er manchmal sogar eine Torte oder eine Langspielplatte dazu.
Auch der Schriftsteller Ernst Balzli kam hier zu Besuch. Seine Geschichten und Gedichte waren sehr beliebt in Oberbalm. Schon damals sang die Trachtengruppe im Gottesdienst und nahm aktiv an den 1. August-Feiern teil.

In der Winterzeit bildeten sich die Töchter mit Schnitz-, Strick- und Schreibkursen weiter. Man wurde von der Trachtegruppe eingeladen zu ABESITZ und VORLESEABENDEN (u da het me de mängs Müschterli verno vo däm wo so im Dorf passiert isch).

           
Nach Weihnachten boten die Töchter überlasteten Müttern ihre Hilfe beim Stricken und Flicken an. Gruppenmitglieder besuchten die Arbeitswochen in Magglingen, Singtage in Bern oder trafen sich mit anderen Gruppen in Köniz, um wieder Neues zu erlernen. An vielen Unterhaltungsabenden erfreuten sich die Zuschauer an etlichen Theaterstücken wie "HERBSTFERIEN", "FRÜSCHI LUFT", "DS'SUHNISWYB", "UELI DER PÄCHTER" und so weiter. Auch damals ging man gerne auf Reisen. Einmal ein wenig weg von der schweren Arbeit Zuhause. Ob sie nun die Süderen, die Schynige Platte oder Mürren bereisten, für sie war es noch viel Interessanter als heute, wo man so vieles als Selbstverständlich annimmt. Die Gruppe gesellte sich auch alljährlich zu einem Maibummel zusammen, welcher sie einmal nach Zimmerwald, dann aufs Guggershörnli, auf den Belpberg oder auf die Bütschelegg führte. Die Trachtengruppe besuchte regelmässig die mittelländischen Trachtentreffen sowie die Kantonal-Bernischen Trachtenbotts.
1949 An der Fahnenweihe der Musikgesellschaft Oberbalm war die Trachtengruppe in Grosseinsatz. Viele Besucher aus nah und fern gab es da zu verpflegen und bewirten. 1952 fand in Oberbalm der Glockenaufzug statt. Die beiden Glocken, von welcher die Grössere stattliche 1'450 Kg wog, wurden von den Töchtern für den Umzug festlich geschmückt. 1955 besuchten sie das Unspunnenfest in Interlaken. Trotz vielseitigem, kameradschaftlichem Vereinsleben löste sich die Trachtengruppe im Jahre 1958 wegen Mitgliedermangel -schweren Herzens- auf.
Doch es geht weiter ....

Neugründung der Trachtengruppe 1967

Mitte der 60-er Jahre an einer Borisried-Chilbi zeigte die Trachtengruppe Niedermuhlern Tänze, dass die Balmer neidisch wurden. So sagten sich ein paar Frauen "was die können, das können wir in Oberbalm bestimmt auch!". Sie gingen daran Leute zu finden, um dieses Brauchtum auch in Oberbalm wieder aufleben zu lassen. "Frau" wollte wieder eine eigene Trachtengruppe im Dorf haben.
Frau Helen Scheuner Hinterberg, organisierte ein Treffen bei "Rolli's" in Gassershaus. Da wurde beraten wie so eine Neugründung zu schaffen wäre und was man so braucht dazu. Helen hatte zu dem Zeitpunkt bereits Kontakt zu einer möglichen Sing- und Tanzleiterin. Am 13. Februar 1967 war es dann soweit. Es trafen sich 20 Frauen und Töchter in der Gemeindestube in Oberbalm zur Gründungsversammlung.
Frau Bretscher aus Bümpliz erklärte sich bereit die Gruppe zu leiten allerdings mit der Bedingung, die Trachtengruppe schliesse sich der Trachtenvereinigung an und das wurde angenommen. Das Grüppchen wuchs im ersten Jahr rasch zu einer stattlichen Gruppe von 25 Frauen und 4 Männern heran, wobei das jüngste Mitglied gerade sechzehn und das älteste dreiundvierzig Lenze zählte

Aus den Protokollen von 1967 bis heute.
Unsere damalige Sing- und Tanzleiterin wohnte in Bümpliz und war auch Mitglied in der Bümplizer-Trachtengruppe. So ergab es sich, dass die Oberbalmer-Frauen und Bümplizer-Frauen vieles gemeinsam unternahmen. So wurden etwa die nötigen Grundschritte bei der Bümplizer-Gruppe erlernt. Sie halfen sich auch gegenseitig an Festen und Anlässen aus. Übungen für das Tanzen und Singen wurden in der Gemeindestube Oberbalm abgehalten. Während den Tanzproben diente vorerst ein Plattenspieler für die nötige Begleitmusik. Später fand man mit Ueli Wittwer Tschuggen einen geeigneten Musikanten. Bis zum Jahre 1970 begleitete er mit seiner Handorgel sehr gekonnt unsere Tanzproben. So mit richtiger Örgelimusik ist es doch viel Interessanter zum Üben

Was vorher fleissig geübt wurde, konnte an der Borisried-Chilbi, an der 1. August-Feier oder am Unterhaltungsabend im Winter, vorgetragen werden. Schade dass die Borisried-Chilbi, mit dem traditionellen Umzug, seit 1990 nicht mehr stattfindet. Abwechslungsweise sorgten der Bümplizerörgeler Otto sowie Ueli Wittwer oder Arthur Lienhard für die musikalische Begleitung. Schon im ersten Jahr besuchten einige den Trachtenball im Casino in Bern. Weil damals noch nicht alle eine Tracht besassen suchte Frau Bretscher per Inserat gut erhaltene und günstige Trachten. Dieses Inserat fand grosses Echo, einige Zeit später konnte jedes Mitglied eine schöne Tracht sein eigen nennen.

Natürlich war man damals schon mit einer Delegation an den Kantonalen- und Schweizerischen Delegierten-Versammlungen und am Trachtenbott vertreten. Es gab Wochenendkurse im Gwatt am Thunersee. An Tanz- und Singtreffen werden neue Tänze und Lieder erlernt, oder altes aufgefrischt. Während der Amtszeit von Evi Riesen (Tanzleiterin), bzw. ab den 80-er Jahren bis hin zum neuen Jahrtausend, durften wir immer wieder auf die musikalische Unterstützung von Ernst Riesen und Walter Burren zählen.

1970 Zum Anstimmen wird vom Jodlerklub Grauholz ein gut erhaltenes Klavier gekauft. An der Installationsfeier von Fräulein Pfarrer Ramser, wird der Kirchenchor beim Singen unterstützt. An Abendpredigten oder Erntedankfesten werden die von Lehrer Luginbühl erlernten Lieder gesungen. Zusammen mit dem Männerchor als Gemischten-Chor wird auch in Alters- und Pflegeheimen und an Unterhaltungsabenden gesungen.

In den 70-er Jahren fehlte uns die Singleitung, jedoch mit Christine Martz, Hansueli Guggisberg, Maria Maurer und Kari Rechsteiner als neue Leitung wurde das Singen ende der 80-er wieder richtig aktuell. So kann man nun an der inzwischen zur Tradition gewordenen "Sichlete" die schönen Lieder unsere Sängerinnen hören. Im Turnus von zwei Jahren singen wir am Neujahrstag in der Kirche Oberbalm.





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